Hast du mal wieder Lust auf einen kleinen RoadTrip?

-Gastbeitrag-

… fragte ich Alex vor zwei Wochen. Doch wohin im Winter? Die viele markierten Punkte auf unserer Landkarte sind eher was für etwas wärmere Jahreszeiten. (Wobei es uns im Sommer eher nach Skandinavien zieht.) Welchen Ort könnten wir also zeitnah erreichen und uns dort ein wenig ansehen? Eine Stadt vielleicht? Klar, Venedig! „Venedig!“ sagte ich zu Alex. Ehrlich gesagt, dachte ich in dem Moment, Venedig wäre etwas weiter weg, als sich letztlich herausstellte.
Etwa 1200km hin und zurück, also 600km pro Strecke. Machbar in sieben Stunden, wenn wir Pausen einberechnen. Zur Vorsicht suchte ich im Internet alle Stellplätze rund um die Stadt heraus, was rückblickend gut war. Denn sie waren Ende Januar alle geschlossen – bis auf einen. Also machten wir uns auf den Weg zum Stellplatz San Giuliano Venice (18.- Euro für 24 Stunden, 4.- Euro für Strom extra.), den wir gegen Abend erreichten. (Jause und Mittagessen nahmen wir uns von zu Hause aus mit.)
Die Toiletten und Duschen waren inkludiert und sauber, wenn auch ziemlich kalt. Außerdem waren Männer und Frauen zu dieser Jahreszeit zusammengelegt, was mehr oder weniger seltsam war. Toilettenpapier mussten wir selbst mitnehmen. Das Personal dort war nett, sprach aber kaum englisch. Die Plätze waren groß und unter großen Bäumen gelegen, es war ruhig – wir waren bis auf zwei andere Wohnmobile die einzigen auf dem sehr großen Stellplatz.
Am Ende der Zufahrtsstraße ist die Straßenbahn- und Bushaltestelle nach Venedig. Man erreicht sie nach etwa 15 Gehminuten und ein Ticket kostet 1,50.- Euro. Also absolut machbar und es fährt alle zehn Minuten etwas stadteinwärts. Wir verbrachten also den ganzen Tag in dieser wunderschönen Stadt, die sich immer hübscher zeigte je älter der Tag wurde.

Der Nebel verzog sich, es war kühl, aber mit Jacke total angenehm. Kaum Touristen, kaum Menschen – und wir hatten Glück eine klitzekleine Pizzeria zu finden, die sich scheinbar nicht an Touristen, sondern an Venezianer selbst richtete. Denn die Preise waren äußerst gut für eine sonst eher teure Stadt und das Lokal voll mit Italienern in Anzügen oder Arbeiteranzug.
Einen Kaffee mit Tiramisu gönnten wir uns am Nachmittag auch noch.

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Am nächsten Tag schliefen wir lange aus, aßen noch zu Mittag, da wir uns Nudeln mit Tomatensauce mitgenommen hatten und fuhren dann los. Wir zahlten übrigens insgesamt 36.- Euro Mautgebühren in Italien – 18.- Euro pro Strecke. Einen Zwischenstopp machten wir in Kärnten, da ich unbedingt den Wildenberger Wasserfall sehen wollte. Das war wirklich atemberaubend! Direkt dort gibt es übrigens einen Parkplatz, der laut park4night App auch für eine einmalige Übernachtung geeignet ist. Leider waren die Toiletten dort geschlossen und direkte Nachbarn im Umkreis, also fuhren wir nach Wien weiter.

Insgesamt ein sehr gelungener, kleiner Ausflug. Absolut kostengünstig, superfeine Jahreszeit und fernab der Menschenmassen. Trotz Touristenmagnet. Bin sehr glücklich über die Entscheidung, spontan wegzufahren und wieder mal stolz auf unser Busserl, der wieder ein europäisches Land mehr besucht hat. Im Frühling sind die Steiermark und Bayern dran, glaub ich.
Alles Liebe, Johanna und Alexander – die Wildhüterlinge!